2. Generation Y – zwischen Anspruchsdenken und Selbstbewusstsein

Es wird viel geschrieben in diesen Tagen über die neue Generation, die aktuell auf den Arbeitsmarkt drängt. Die sog. "Generation Y", "Digital Natives" oder auch "Millennials" sind nach 1980 geboren und teilweise noch in der Ausbildung oder dem Studium. Sie sind die erste Generation, denen das Handy bereits in die Wiege gelegt wurde und deren Kinderspiele auf dem Laptop liefen.

 

Auf die, die bereits im Arbeitsleben stehen, oder darin eine Position suchen, reagiert die ältere Generation der Baby-Boomer (1950-1965) oft mit Kopfschütteln und Unverständnis. Eklatant fällt dies bereits in Bewerbungsgesprächen auf: Warum hat der Generation Y-ler schon so viele unterschiedliche Positionen im Lebenslauf durchlaufen – ein geradliniger Lebenslauf sieht anders aus?! Warum wirkt der Bewerber arrogant und stellt so hohe Ansprüche? Bedeutet ihm der angebotene Job nichts?

 

Um die Fragen beantworten zu können, bedarf es eines besseren Verständnisses über die drei wesentlichen Eigenschaften der Generation Y:

 

Technophilie – Facebook, Flickr, MySpace, Skype, Twitter sind nur einige Kanäle, die der Digital Native virtuos und wie selbstverständlich bedient. Der Ausbau seines sozialen Netzwerkes ist ihm heilig, die Pflege der Kontakte erledigt er rund um die Uhr. Daher würde er auch nie verstehen, wenn ein Zugriff vom Arbeitsgeber darauf verwehrt würde. Zudem glaubt diese Generation immer auch an eine schnelle technische Lösung von Problemen im Unternehmen, eine Art Glorifizierung der Technik ist dieser Generation gemein.

 

Anspruchsdenken – Die Generation Y verlangt nach Abwechslung im Job, Teamkultur, flachen Hierarchien, flexibler Arbeitszeiten und einer Work-Life-Balance, die nicht nur in der Hochglanzbroschüre des Unternehmens steht. Die Arbeit im Zellenbüro – isoliert, hierarchisch und Status geladen – ist also das Gegenteil von dem, was die Generation Y heute für erstrebenswert hält. Der Drang nach kontinuierlicher Selbstverbesserung ist häufig die größte Herausforderung für das Management und die Personalabteilung: Förderung durch Forderung sind gefragt.

 

Selbstbewusstsein – Die Sicherheit einer Jobgarantie geht der Generation Y vollkommen ab, das Versprechen eines lebenslangem Arbeitsplatzes hat an Bedeutung verloren. Der Digital Native weiß, dass er gut ausgebildet, durch seinen ungradlinigen Lebenslauf breit aufgestellt und hoch motiviert ist. Daher geht er wenig Kompromisse im Unternehmen ein, lässt sich nicht mit Versprechungen hinhalten, sondern wagt viel eher den Schritt in die Selbstständigkeit. Die Generation Y für ein Unternehmen zu begeistern ist kein Problem, sie im Unternehmen zu halten ist schwer.

 

Der Personaler bzw. die Führungskraft, welche die oben beschriebenen Eigenschaften verinnerlicht hat, kommt besser mit der Generation Y zurecht. Gedankt wird es ihm mit einer unbeschreiblichen Kreativität, Innovationskraft und Kommunikationsfreude – alles Eigenschaften, die wir heute als zukunftsweisend in der Arbeitswelt beschreiben.

 

Dr. Roman Wagner

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